Die wöchentliche Andacht

Liebe konkret.

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6,2

Wenn wir diesen Vers verstehen wollen, dann müssen wir fragen von welcher Last die Rede ist und was das Gesetz Christ bedeutet. Das rechte Verständnis ergibt sich aus dem Textzusammenhang des Bibeltextes.

In dem Vers, unmittelbar vor unserem Wochenspruch, spricht der Apostel Paulus über den Umgang mit Menschen, die in ihrem Leben eine Verfehlung, eine Sünde begangen haben und dadurch zu Fall gekommen sind. Diesen Menschen sollen wir helfen, uns dabei aber bewusst sein, dass wir selber ja auch permanent Gefährdete sind und jederzeit in gleiche Nöte geraten können. Deshalb gilt es mit einer sanftmütigen, demütigen Haltung zu helfen, indem wir uns einsmachen mit der Last der Sünde und des Leides, die der andere zu tragen hat. Wenn wir das tun, sagt der Apostel, dann erfüllen wir das Gesetz Christi.

Aber was ist das Gesetz Christi? Ist es die Liebe? Ja gewiss. Alles Mittragen wird immer in Liebe geschehen. Aber wenn wir auf Jesus schauen, lässt sich noch Genaueres zum Gesetz Christi sagen. Er ist das Vorbild und der eigentliche Lastenträger für uns und das in ganz vollkommener Weise. Er trug die Last im Leben und im Sterben. Er trieb böse Geister aus und heilte alle Leidenden und erfüllte somit die Prophezeiung aus Jesaja 53,4: „Er nahm auf sich unsere Schwachheit und unsere Krankheit hat er getragen“. Im Sterben am Kreuz trug Jesus schließlich die Sündenlast der ganzen Welt. In all dem zeigt sich das Gesetz Christi. Und so ist unser Herr Jesus der große Lastenträger und hat uns darin ein Vorbild hinterlassen.

Wie kann das konkret aussehen? Die Arbeit der Blau-Kreuz-Gruppe ist ein gutes Beispiel für das Mittragen von Lasten anderer. Oder auch unser „teilZeit“-Projekt will helfen Lasten von Menschen leichter zu machen.

Nehmen wir doch den Wochenspruch zum Anlass uns selber neu zu fragen, an welcher Stelle wir konkret mithelfen können, das Gesetz Christi zu erfüllen.

Ihr/Euer Volkmar Günther

Bild: privat