Was prägt meinen Glauben?

Erlauben Sie mir, Sie zu fragen: „Was ist Ihr Bild von Gott?“ Die Antworten dürften sehr unterschiedlich ausfallen. Manche sprechen über Gott von einer vagen, höheren Macht, andere haben konkretere Vorstellungen, die von einem liebenden Gott bis zu einem strafenden Gott reichen. Manche hingegen ordnen Gott dem Reich der Märchen und Mythen zu, weil sie davon überzeugt sind, dass Gott nicht existiert.

Aber in der Bibel macht Gott Aussagen über sich selbst, die uns klar machen, wer er ist. Über sich selbst sagt er zum Beispiel: „Ich bin der heilige Gott“. Heilig bedeutet: Alles hell, alles rein, alles ohne Dunkelheit.

Wenn der erste Teil der Bibel, das sogenannte Alte Testament, von der Begegnung der Menschen mit Gott erzählt, erlebten sie das zumeist als eine beängstigende Begegnung. Manchmal war sie für sie so bedrohlich, als käme man in die Reichweite eines heißen, verzehrenden Feuers. Die Schlussfolgerung daraus war: Niemand kann sich Gott nähern und es ist schrecklich, in Gottes Hände zu fallen.

Hier stehen wir vor einem Dilemma. Denn wenn Gott tatsächlich die Quelle allen Heils ist, dann wäre es fatal, wenn wir Menschen keine Chance hätten, uns dieser Quelle zu nähern, ohne dabei zu sterben. Tatsächlich wären wir dazu verdammt, von Gott isoliert und kläglich verloren zu sein.

Die gute Nachricht jedoch ist, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. Er wurde einer von uns, um für uns ein zugänglicher Gott zu werden. In Jesus begegnen wir der sanften, heilenden Gnade Gottes. In ihm finden wir Heilung.

Der Prophet Jesaja drückt die zärtlichen und gnädigen Taten Gottes in zwei Bildern aus: „Er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen, und er wird den glimmenden Docht nicht auslöschen“. (Jesaja 42,3)

Was für eine Freude, besonders für verwundete, verlorene Menschen. Wir haben die Möglichkeit, uns wieder der Quelle aller Erlösung zuzuwenden, um heil und neu zu werden.

Volkmar Günther

www.Pexels.com