Die Corona-Andacht

Wenn alles entschleunigt.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12,42

Corona-Zeiten, Passionszeit – trüber kann es eigentlich gar nicht zugehen, oder? Viele unter uns leiden unter mangelnden Möglichkeiten andere Menschen zu treffen. Auch das Stadtbild in Burgdorf hat sich verändert. Geschäfte sind zu, das pulsierende Leben auf der Einkaufsstraße ist weitgehend erstorben. Verzicht, Entschleunigung ist angesagt.

Ich muss zugeben, auch mir fällt es schwer, ein Ja zu den veränderten Gegebenheiten meiner Arbeit als Gemeinschaftspastor zu finden.

Allerdings können wir jetzt die Zeit nutzen neu zu fragen, was ist eigentlich wichtig? Müssen alle Aktivitäten, die wir in der Gemeinde, aber auch im persönlichen Leben, einfach so gewohnheitsbedingt abgespult haben, wirklich sein?

Wie muss es Jesus gegangen sein, als er seinen Weg an das Kreuz nahm? Ob es ihm leicht gefallen ist, das Heft des Handelns als Messias einfach so aus der Hand zu geben? Als man ihm die Hände band, konnte er sie nicht mehr benutzen, um Kinder zu segnen, Menschen zu heilen, das Brot zu teilen.

Der Wochenspruch der Woche vom 22.-28. März spricht vom „in die Erde fallen und Ersterben“ und „vom allein bleiben“.

Viele von uns sind in diesen Tagen mehr allein als sonst. Aber ist das vielleicht auch eine Chance uns neu zu besinnen, neu aufzustellen? Fragen wir doch neu, was muss wirklich sein? Können wir die gewonnene Zeit nicht auch nutzen für Bibellesen, Gebet und Fürbitte? Können wir sie nicht auch nutzen um zu fragen, wo wir helfen können? Ich greife jetzt wieder mehr zum Telefonhörer. Menschen sind dankbar für einen Anruf. In diesem Sinne haben wir die Chance einmal ganz anders die Passionszeit zu erleben. Manchmal vielleicht muss etwas sterben, damit wieder viel Frucht geschieht.

In diesem Sinne mögen Sie/mögt ihr gesegnet sein.

Ihr/Euer Volkmar Günther