Die Corona-Andacht

Warum dennoch fröhlich sein?

Singet dem Herr ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98,1

In diesen sonderbaren Zeiten, in denen wir gegenwärtig leben, die ja nicht nur eigenartig sind, sondern für so manchen bedrohlich werden, müssen wir uns immer wieder darauf besinnen, woran wir uns festhalten können. Das ist wirklich überlebensnotwendig.

Unsere Generation ist es bisher gewohnt, sich in den Sicherheiten einzurichten, die unser Land bisher bietet. In den geordneten Verhältnissen fühlen wir uns wohl und auch sicher.

Wir merken aber jetzt umso mehr, dass Ordnung und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit sein müssen. Durch Corona ist auf einmal vieles anders geworden. Wir erleben einen lange nicht da gewesenen wirtschaftlichen Einbruch. Die Arbeitslosigkeit schnellt nach oben. Geldeinbußen müssen verkraftet werden. Menschen leiden unter Isolation und manche auch unter einer plötzlichen Perspektivlosigkeit. Depressive Stimmungen können sich verbreiten. Vieles ist für uns neu. Aber Generationen vor uns mussten solcherlei Erfahrungen auch schon machen. Woran haben sie sich festgehalten?

Viele Menschen lernten, besonders in Notzeiten, sich an den Schöpfer und Erhalter alles Lebens zu wenden. Und das war gut so. Denn es gibt einen Gott, der die Welt regiert. In der Bibel können wir den sich durch die Geschichte Israels hindurch offenbarenden Gott kennenlernen. Und im neuen Testament teilt sich Gott uns Menschen ganz offensichtlich in seinem Sohn Jesus Christus mit. Wer die Bibel liest entdeckt eine wunderbare Möglichkeit für sein Leben: Gott kann uns mitten in Unsicherheiten zu einem sicheren Ort werden. Denn er bietet uns an, Vater im Himmel für uns zu sein. Und so dürfen wir uns im Gebet jeder Zeit in Jesus Christus an Gott wenden.

Auch die Menschen in Israel, zur Zeit des Alten Testaments, taten das. Und so erlebten auch sie oft die Hilfe Gottes. Deshalb sangen sie im Tempel Psalmlieder. Ein besonderes Loblied ist der Psalm 98, aus dem unser Wochenspruch stammt. Er fordert auch uns auf Gott zu loben. Der Grund des Lobes ist gleich mit benannt; denn er tut Wunder. Ich wünsche uns, dass wir uns in dieser Woche wieder ganz bewusst an Gott wenden. Weil er unser Vater sein möchte, wird er auch für uns sorgen. Und wenn wir seine Wunder erleben, erzählen wir uns doch gegenseitig davon, denn das stärkt uns, vor allem in sonderbaren Zeiten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch eine gute und gesegnete Woche. 

Ihr/Euer Volkmar Günther